Kein Scherz: Klassenfahrt auf dem Kreuzfahrtschiff - Morrletter #231
Published about 2 months ago • 3 min read
Ahoi, Ihr Lieben!
„Kanaren gehen immer“, sage ich ja immer - was aber nicht bedeutet, dass auf so einer Reise nicht auch Widrigkeiten lauern. Ich war ja bis heute eine Woche auf der MSC Musica unterwegs - und es kam gleich zu zwei Änderungen der Route. Am Donnerstag war Generalstreik in Portugal - ausgerechnet an dem Tag, an dem wir Madeira anlaufen sollten. Aber kein Problem: Auf dem Weg von Fuerteventura fuhr der Kapitän einfach schneller - und so waren wir schon am Mittwochabend da - toll, um Funchal noch mit weihnachtlicher Beleuchtung zu erleben. Abfahrt war dann erst am nächsten Tag um Mitternacht - statt schon am Nachmittag. Auf Gran Canaria kamen wir entsprechend allerdings erst später an. Mittlerweile war das Wetter auch noch deutlich schlechter geworden - so dass wir gestern in Las Palmas geblieben und nicht nach La Palma weiter gefahren sind - kommt vor bei Schiffsreisen.
Klassenfahrt auf dem Kreuzfahrtschiff?
Für Medienleute auf einem Kreuzfahrtschiff ist meist ein Crewmitglied mit der Funktion „Group Coordinator“ zuständig - also jemand, der sich sich in erster Linie um die Gruppen an Bord kümmert. Auf der MSC Musica war das eine engagierte Italienerin namens Roberta. Sie erzählte von Gruppen, die ich für Kreuzfahrten gar nicht auf dem Zettel hatte. So würden immer mehr Schulklassen ihre Klassenfahrten an Bord machen. Ich war zu Schulzeiten auf Klassenfahrt in Braunlage, Bad Bederkesa, Bad Karlshafen - und (um beim B zu bleiben) Bayern (genauer gesagt war es München - mit meinem bisher einzigen Besuch des Oktoberfestes - Anno 1994). Aber eine Kreuzfahrt wäre damals abseits des Vorstellbaren gewesen.
Keine Nationalität mehr auf dem Namensschild der Crew
Die politische Weltlage war schon erfreulicher - keine Frage. An Bord der MSC Musica arbeiten - wie auf anderen Schiffen - unzählige Nationen problemlos miteinander. Bis vor kurzem stand die Nationalität jedes Crewmitglieds auch mit auf dem Namensschild - weil das aber immer mal wieder zu Problemen führte, beispielsweise mit Gästen und Crew aus Russland, steht jetzt das Land nicht mehr mit auf dem Namensschild. So weit ist es schon gekommen…
Deutsche Kreuzfahrer essen mehr Burger an Land als britische
Fast acht Jahre ist es her, dass ich mit der Horizon der damaligen Reederei Pullmantur auf Kanarenkreuzfahrt war - damals mit einer ganzen Gruppe an Freunden und Bekannten. Wir lernten seinerzeit Ismael auf dem Schiff kennen - ein „Canario“, also jemand der auf den Kanaren lebt. Und da ich ja Experte für Zufälle aller Art bin: Die letzten zwei Nächte meiner Kreuzfahrt jetzt war Ismael auch mit an Bord - er liebt MSC - mit seinem Partner Juanma und den beiden Müttern. Er hatte mir vorher bei Instagram geschrieben, dass sie auf meiner Reise sein werden - also war es dann keine ganz so große Überraschung mehr, als ich sie in Las Palmas auf der Pier traf.
Juanma jedenfalls arbeitet in Las Palmas bei Burger King - direkt am Stadtstrand Las Canteras. Das ist nicht weit von den Schiffen entfernt. Und Juanma berichtete, dass sie bei Burger King besonders viele Gäste hätten, wenn AIDA oder Mein Schiff im Hafen liegen - entsprechend haben sie auch einen Plan mit den Schiffsanläufen im Restaurant hängen. Interessant allerdings: Sind Schiffe, die aus Großbritannien kommen, mit rein britischen Gästen im Hafen, dann bleibt Burger King seiner Beobachtung nach vergleichsweise leer. Woran auch immer das liegt - aber eine interessante Anekdote.
Zum Schluss schon mal ein kleiner Ausblick auf 2026: Über 350 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen wird es bei mir zu Hause in Hamburg geben - einige zum ersten Mal - zum Beispiel erstmals ein Schiff der Erwachsenen-Reederei Virgin Voyages. Einen praktischen Kalender zum Ausdrucken gibt es hier.
Bis nächste Woche - spätestens!
Euer Matthias
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