Wenn sicher nicht mehr sicher scheint
Kreuzfahrten sind auch so populär, weil sie eine sehr bequeme Form des Reisens sind. Und viele schätzen Kreuzfahrten, weil sie sich an Bord der Schiffe immer sicher aufgehoben fühlen, selbst dort, wo es deutlich unsicherer zugeht als bei uns in Europa. Beispiel Südafrika - das ist ein Land, wo sich viele allein oder als Paar nicht unbedingt hin trauen würden - aber in der Kombination aus Kreuzfahrt und organisierten Ausflügen sieht das schon wieder anders aus. Und sollte es in einer Region mal kriseln, dann ist die Lösung für die Reedereien vergleichsweise einfach: Man fährt einfach nicht mehr hin.
Ich war 2007 mit AIDAdiva noch in Tunesien - seit einem Anschlag vor elf Jahren, wo auch Touristen getötet wurden, haben die Reedereien die Schiffe für Jahre aus den Fahrplänen gestrichen. Oder 2017 - meine erste Reise mit Phoenix auf der Amadea - sie startete in Haifa in Israel - wird auch kaum noch angelaufen in diesen Zeiten.
Jetzt im Orient ist die Situation etwas anders - Kreuzfahrtschiffe waren schon dort, als plötzlich der Krieg ausbrach. Auch den Orient könnte man nun aus den Fahrplänen streichen für den kommenden Winter. Die Kreuzfahrtschiffe, die zur Zeit dort sind, kommen aber erstmal nicht weg. Immerhin konnten im Laufe der Woche die ersten Urlauber wieder nach Hause geflogen werden.
Aber was man in so einer Situation sieht: Auch das eigentlich sichere Kreuzfahrtschiff scheint in so einer Situation nicht mehr völlig sicher zu sein.
Meine Gedanken sind in diesen Tagen bei den Crewmitgliedern und Gästen der Kreuzfahrtschiffe. Ich denke an meinen Butler Subash im MSC Yacht Club und seine Frau auf der MSC Euribia, der mich vor erst gut einem Jahr so herausragend betreut hat. Erst kürzlich schrieb mir jemand, Subash wäre nach einem kurzen Einsatz auf einem anderen Schiff wieder auf die Euribia im Orient zurück gekehrt. Ich denke an Dietmar und Claudia, die auf ihrem YouTube-Kanal von der Mein Schiff 5 berichten.
Ich denke an TUI-Cruises-CEO Wybcke Meier, die ich eigentlich - seit Wochen geplant - morgen interviewen wollte. Sie dürfte - und das sei ihr gestattet - zur Zeit nicht nur in Sorge um ihre Mitarbeiter und Gäste sein, sondern sie dürfte sich auch schon fragen, wie es für das Unternehmen TUI Cruises und die Mein Schiff in diesem Jahr eigentlich weitergehen soll, wenn erstmal etwa 22 Prozent der Betten fehlen - ob für einige Wochen oder einige Monate - wer weiß das im Moment schon.
Erfahrungen aus der Coronazeit mögen helfen, machen diesen Job in diesen Zeiten aber vermutlich nicht weniger herausfordernd. Bei AIDA in Rostock ist man - das war auf ITB zu spüren - zwar erleichtert, die einst geplanten Reisen in diesem Winter im Orient rechtzeitig abgesagt zu haben - man ist aber weit entfernt von Schadenfreude dem Mitbewerber aus Hamburg gegenüber. Man wird sich bei AIDA sicher auch längst daran erinnert haben, dass man noch Orientkreuzfahrten für den kommenden Winter im Verkauf hat - ebenso wie die Schwestermarke Costa. Vermutlich arbeitet man längst an einem Ersatzprogramm - viel Arbeit in allgemein herausfordernden Zeiten....
Heute kein Podcast
Wenn ich mich richtig erinnere, war ich mit den ersten 18 Folgen des Morr & Meer Kreuzfahrt-Podcasts immer pünktlich zur Stelle. Heute ist allerdings eine Ausnahme. Durch den Krieg musste ich etwas umplanen - die neue Folge kommt nun voraussichtlich am Dienstag - also etwas Geduld!
Ich bin auf der ITB übrigens mehrfach auf den Podcast angesprochen worden - das hat mich ganz besonders gefreut.
Bis nächste Woche - spätestens!
Euer Matthias