Der Krieg im Orient und die Kreuzfahrt - Morrletter #243


Ahoi, Ihr Lieben!

Die vergangenen zwei Wochen hatten es für mich in sich - so stand zum Beispiel die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin an. Aber auch der Krieg im Orient mit seinen Auswirkungen auf die Kreuzfahrt hat mich natürlich beschäftigt.

Wenn sicher nicht mehr sicher scheint

Kreuzfahrten sind auch so populär, weil sie eine sehr bequeme Form des Reisens sind. Und viele schätzen Kreuzfahrten, weil sie sich an Bord der Schiffe immer sicher aufgehoben fühlen, selbst dort, wo es deutlich unsicherer zugeht als bei uns in Europa. Beispiel Südafrika - das ist ein Land, wo sich viele allein oder als Paar nicht unbedingt hin trauen würden - aber in der Kombination aus Kreuzfahrt und organisierten Ausflügen sieht das schon wieder anders aus. Und sollte es in einer Region mal kriseln, dann ist die Lösung für die Reedereien vergleichsweise einfach: Man fährt einfach nicht mehr hin.

Ich war 2007 mit AIDAdiva noch in Tunesien - seit einem Anschlag vor elf Jahren, wo auch Touristen getötet wurden, haben die Reedereien die Schiffe für Jahre aus den Fahrplänen gestrichen. Oder 2017 - meine erste Reise mit Phoenix auf der Amadea - sie startete in Haifa in Israel - wird auch kaum noch angelaufen in diesen Zeiten.

Jetzt im Orient ist die Situation etwas anders - Kreuzfahrtschiffe waren schon dort, als plötzlich der Krieg ausbrach. Auch den Orient könnte man nun aus den Fahrplänen streichen für den kommenden Winter. Die Kreuzfahrtschiffe, die zur Zeit dort sind, kommen aber erstmal nicht weg. Immerhin konnten im Laufe der Woche die ersten Urlauber wieder nach Hause geflogen werden.

Aber was man in so einer Situation sieht: Auch das eigentlich sichere Kreuzfahrtschiff scheint in so einer Situation nicht mehr völlig sicher zu sein.

Meine Gedanken sind in diesen Tagen bei den Crewmitgliedern und Gästen der Kreuzfahrtschiffe. Ich denke an meinen Butler Subash im MSC Yacht Club und seine Frau auf der MSC Euribia, der mich vor erst gut einem Jahr so herausragend betreut hat. Erst kürzlich schrieb mir jemand, Subash wäre nach einem kurzen Einsatz auf einem anderen Schiff wieder auf die Euribia im Orient zurück gekehrt. Ich denke an Dietmar und Claudia, die auf ihrem YouTube-Kanal von der Mein Schiff 5 berichten.

video preview

Ich denke an TUI-Cruises-CEO Wybcke Meier, die ich eigentlich - seit Wochen geplant - morgen interviewen wollte. Sie dürfte - und das sei ihr gestattet - zur Zeit nicht nur in Sorge um ihre Mitarbeiter und Gäste sein, sondern sie dürfte sich auch schon fragen, wie es für das Unternehmen TUI Cruises und die Mein Schiff in diesem Jahr eigentlich weitergehen soll, wenn erstmal etwa 22 Prozent der Betten fehlen - ob für einige Wochen oder einige Monate - wer weiß das im Moment schon.

Erfahrungen aus der Coronazeit mögen helfen, machen diesen Job in diesen Zeiten aber vermutlich nicht weniger herausfordernd. Bei AIDA in Rostock ist man - das war auf ITB zu spüren - zwar erleichtert, die einst geplanten Reisen in diesem Winter im Orient rechtzeitig abgesagt zu haben - man ist aber weit entfernt von Schadenfreude dem Mitbewerber aus Hamburg gegenüber. Man wird sich bei AIDA sicher auch längst daran erinnert haben, dass man noch Orientkreuzfahrten für den kommenden Winter im Verkauf hat - ebenso wie die Schwestermarke Costa. Vermutlich arbeitet man längst an einem Ersatzprogramm - viel Arbeit in allgemein herausfordernden Zeiten....

Heute kein Podcast

Wenn ich mich richtig erinnere, war ich mit den ersten 18 Folgen des Morr & Meer Kreuzfahrt-Podcasts immer pünktlich zur Stelle. Heute ist allerdings eine Ausnahme. Durch den Krieg musste ich etwas umplanen - die neue Folge kommt nun voraussichtlich am Dienstag - also etwas Geduld!

Ich bin auf der ITB übrigens mehrfach auf den Podcast angesprochen worden - das hat mich ganz besonders gefreut.

Bis nächste Woche - spätestens!

Euer Matthias

Copyright (C) 2025 Matthias Morr. All rights reserved.
Du empfängst den Morrletter, weil Du ihn bei mir bestellt hast.

Meine Adresse:

Matthias Morr
c/o WeWork - Gerhofstr. 1-3, Hamburg, 20354

Möchtest Du etwas ändern?
Du kannst Einstellungen ändern oder abbestellen

Matthias Morr

Read more from Matthias Morr

Ahoi, Ihr Lieben! Das Kreuzfahrtdrama der vergangenen Wochen ist zu Ende. Alle sechs Orient-Kreuzfahrtschiffe konnten die Straße von Hormus passieren - immerhin. Andererseits haben unzählige Handelsschiffe dieses Glück noch nicht gehabt - die generelle Lage dort ist nach wie vor schwierig. Auch für mich eine Überraschung: MSC Euribia, die Aroya und die beiden Celestyal-Schiffe haben nicht die lange Route rund um Südafrika genommen - sondern die Abkürzung durch den Suezkanal, der ja eigentlich...

video preview

Ahoi, Ihr Lieben! So wirklich dynamisch ist die Nachrichtenlage in der Kreuzfahrtwelt normalerweise nicht. Mal werden Schiffe bestellt, mal getauft, mal gibt’s einen kleineren Unfall. Von daher funktioniert es eigentlich auch, am Freitag Inhalte für den Sonntag zu produzieren - viel tut sich am Wochenende nicht mehr. Jetzt haben wir durch die Lage im nahen Osten allerdings eine Sondersituation, die nicht so recht berechenbar ist. Freitag Mittag hatte ich also die Newsfolge für den Morr & Meer...

A luxury yacht sails past the dubai skyline.

Ahoi, Ihr Lieben! In den nächsten Wochen bin ich viel unterwegs - nächstes Wochenende geht’s nach Bochum unter anderem - Freunde haben mir zum Geburtstag den Besuch des Musicalklassikers „Starlight Express“ geschenkt. Ich war noch niemals in Bochum - das ist mutmaßlich kaum zu toppen - ich versuche es aber mal - mit New York - am 24. April geht’s los - und einen Tag später geht's auf die Valiant Lady für meine Reise nach Barcelona. Ich hoffe inständig, dass bei Finnair das Kerosin bis dahin...